Vorbildliche Rettungskette bei Wasserrettung Isar

Zu einem bemerkenswerten Zusammenspiel von Ersthelfer*innen sowie haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften ist es am Samstagabend gekommen, als es darum ging, eine junge Frau aus der Isar zu retten. Einsatzkräfte der Feuerwehr agierten hierbei zum Teil unter erheblicher Gefahr für sich selbst.

Nr. Datum Uhrzeit Ort Meldung Einsatzart Abt.
1 21.02.2026 18:02 Opitzstraße Wasserrettung Wasserrettungseinsatz OF

Gegen 18 Uhr meldete eine Anruferin der Integrierten Leitstelle eine Person, die im Stadtteil Oberföhring auf Höhe der Opitzstraße in der Isar trieb und um Hilfe rief. Umgehend alarmierte die Leitstelle zahlreiche Rettungskräfte, darunter einen Intensivtransport- und einen Polizeihubschrauber, die Hubschraubertaucheinheit der Berufsfeuerwehr, die Wasserrettung sowie den nächstgelegenen Löschzug und die zuständige Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr München. Zeitgleich blieb die Mitteilerin am Telefon und lief die Heinrich-Mann-Allee an der Isar immer auf Höhe der Person im Wasser entlang und übermittelte so fortlaufend die aktuelle Position.

Fünf Minuten nach der Alarmierung traf ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) der Berufsfeuerwehr als erste Einheit vor Ort ein, wo bereits Passanten mit Taschenlampen auf sich aufmerksam machten. Der Notfallsanitäter, der das NEF steuerte, erkannte den Ernst der Lage, legte seine Schutzkleidung ab und begab sich sofort ins Wasser. Aufgrund der Strömung und der schlechten Sicht musste der Beamte den Rettungsversuch aber abbrechen. Noch bevor er einen zweiten Anlauf starten konnte, traf zwei Minuten nach ihm ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Freiwilligen Feuerwehr München ein. Trotz der notwendigen Anfahrt der ehrenamtlichen Einheiten zum Gerätehaus war dieses Fahrzeug bereits drei Minuten nach Alarmierung ausgerückt und so gegen 18.10 Uhr als erste Feuerwehreinheit nach dem NEF vor Ort. Eine Einsatzkraft hatte sich in der rund vierminütigen Anfahrt als sogenannter Strömungsretter mit Neoprenanzug, Schutzweste und Helm ausgerüstet und war unmittelbar in die Isar gesprungen. Da die Frau mittlerweile immer wieder unterging und die Sicht in einem Fließgewässer bei Dunkelheit stark eingeschränkt ist, mussten die übrigen Einsatzkräfte den Strömungsretter durch Zurufen lotsen.

Kurz bevor die Strömung unweit des Föhringer Stauwehrs eine Rettung mit Muskelkraft unmöglich gemacht hätte, bekam der Wasserretter die junge Frau zu fassen und konnte diese mit Unterstützung der weiteren Helfenden an Land ziehen. Noch ehe die Meldung über Funk an die Leitstelle kommuniziert werden konnte, teilte die Anruferin, die bis zur Rettung in der Leitung geblieben war, dem Disponenten am Telefon die geglückte Aktion mit - exakt zehn Minuten nach dem Alarm.

Sichtlich unter Schock, aber bei Bewusstsein wurde die gerettete Frau anschließend in Begleitung des Notarztes mit einem Rettungswagen unterkühlt in eine Münchner Klinik gebracht. Die anfahrenden Einheiten, Spezialkräfte und die beiden Hubschrauber konnten den Einsatz teils noch vor Eintreffen an der Einsatzstelle beenden.

Wie und wo die Frau ins Wasser geraten war, ist der Feuerwehr nicht bekannt. Die Polizei hat hierzu die Ermittlungen aufgenommen.